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LET Peru: Tag 1 – Ein großer Sandkasten

Vorerst einmal: Wir leben alle noch, die Autos fahren natürlich noch und ich sitze gerade mit dem Gesicht zum Pazifik und höre dem Meeresrauschen zu während ich diesen Blog-Eintrag schreibe. Aber jetzt zum ersten Tag, der schon so grandios wie aufregend und schön war.

Das ist Liebe!:D

Man würde es vielleicht gar nicht so erwarten, aber Peru hat neben den bekannten Anden, ein paar Alpacas, dem Regenwald und leckerem Essen eben auch noch eine weitere Seite: die Wüste! Die erste Stunde sind wir als Convoy über asphaltierte Straßen unter Anderem durch Ica gefahren, und irgendwann dann in eine kleine Seitenstraße abgebogen, die schnell sandig wurde. Im Hintergrund erstreckten sich dann auch schon die riesig hohen Dünen, in die wir später fahren sollten. Aber erst einmal: Luft ablassen. Bei knapp 80 Reifen dauert das seine Zeit, ist aber unabdingbar, wenn man durch tiefen Sand fahren möchte.

Es ging dann schneller als erwartet und schon waren wir auch in den Dünen. Ich bei Marcel und Judith im Auto, den Convoy anführend. Schon nach wenigen Metern im Sand kamen die ersten Regie-Anweisungen für Judith: Näher an das Auto mit unserem Fotografen Craig, schneller, langsamer, weiter rechts, weiter links, und zack, hingen wir im Sand fest – die erste Attraktion des Tages lockte natürlich die Journalisten und das Kamera-Team an, war aber auch schnell gelöst und wir wieder auf, statt im Sand. Die Reifen hatten tatsächlich noch einen zu hohen Luftdruck.

Craig, schon seit mehreren LETs als Fotograf dabei!

Es ging dann flott weiter, eine Düne nach der anderen wurde bezwungen. Immer wieder wurden "Ausgrabungen" gemacht, bei einem so großen Convoy und tiefem Sand bleibt das nicht aus. Die Profis hatten weniger Probleme, die Teilnehmer und die Journalisten haben aber doch manchmal nicht genug aufs Gaspedal gedrückt, was meistens das Problem war.

Verfolgungsjagd.

Insgesamt ist das Sandfahren etwas wie Tiefschnee-Fahren mit dem Snowboard. Man schwimmt irgendwie hin und her, sollte aber einfach nicht zu starke Lenkbewegungen, Bremsungen usw. machen und in der Spur des Anderen zu fahren ist auch nie falsch. Also simpel gesagt: einfach durch! Das einzig gefährliche sind Dünen, deren Enden man nicht sieht und über die man dann abheben könnte, was uns heute aber nicht passiert ist.

Wüste heißt aber nicht nur Sand: zwischendurch prägen auch Felsen, ein Kies-artiger Untergrund oder Wale die Landschaft. Wale? Ja! Früher war die Nasca-Wüste mal Meeresgrund und somit Wohnort für alle möglichen tierischen und pflanzlichen Bewohner. Das versteinerte Säugetier, das wir passierten, war beeindruckend und sehr einfach zugänglich, was wohl dem Land Peru geschuldet ist. In Deutschland wäre so ein Fund wahrscheinlich schon längst im Museum gelandet.

Irgendwann, nach einer langen Geraden, die sehr unkompliziert zu fahren war, hat mich Marcel ans Steuer gelassen. Mit dem Auto bin ich schon ganz gut vertraut, allerdings nur auf der Straße. Im Sand ist das dann noch eine andere Geschichte. Ich kann sagen: es macht furchtbar viel Spaß und bin froh, ein Teil der engen Gruppe der 6 Teilnehmer zu sein. Am eindrucksvollsten war der Moment, in dem wir dann auf einmal den Pazifik erblickten, der ohne Übergang auf die Wüste trifft. Nach einer kurzen Foto-Pause und ein paar weiteren Metern durch den Sand ging es dann auf die steilste Abfahrt des Tages zu, für die Marcel wieder das Steuer übernahm.

Die schönste Architektur ist doch die Natur selbst.

Nico und Judith hatten sich schon mit zwei Sand-Boards verabschiedet, der Rest musste mit den Autos den Abhang mit bestimmt 60 Grad Gefälle bezwingen. Das Schwierige ist aber gar nicht die Abfahrt – die geschieht fast von allein – sondern am anderen Ende die Düne wieder hochzukommen, sprich: im richtigen Moment Gas zu geben. Marcel hat es aber sehr gut gemeistert, auch wenn wir beide ein ziemliches Herzrasen vorher hatten. Die Euphorie war am Ende umso größer!

Runter geschafft, und schnell wieder hoch!

Die letzten paar Meter – wieder eine super große Düne bergab – durfte ich wieder ans Lenkrad und man sah schon das Camp, das uns mit kalten Getränken und Essen erwartete. Das Buffet war aber mehr als nur „Essen“. Das war fast nur Fisch, der direkt hier gefangen wurde. Die Gewässer hier sind sehr Fisch-reich und Schiff-arm, was für die lokalen Fischer und Hobby-Angler natürlich ein riesen großer Gewinn ist. In Peru wird Fisch übrigens sehr gerne ungekocht und ungebraten, sondern gegart in Zitronensaft serviert. Umso frischer der Fisch, desto besser natürlich. Nach so einem Tag war das genau das Richtige.

Zelt aufbauen wie ein Profi...

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel zu Lesen, aber die Eindrücke von 12 Stunden kurz für euch zusammenzufassen fällt mir nach so einem Tag nicht leicht.

Bis morgen und schönste Grüße von der peruanischen Pazifikküste - zwischen Wasser und Wüste.

Euer Jonas

Und geschafft! Plus Sonnenuntergang und Discovery.
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