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Tag 28: Gefahr auf langen Strecken

22.09.2013: Es ist ein Thema, das wir allen Fahrern in unserem Konvoi immer und immer wieder nahe legen: Wenn ihr auf den langen geraden Strecken müde werdet, meldet euch und wechselt den Fahrer! Sekundenschlaf ist hier in der Wüste die größte Gefahr. Die Fahrbahn ist leicht angehoben, so dass es neben der Straße direkt zwei bis drei Meter abfällt. Immer wieder sehen wir verbrannte, überschlagene und geplünderte Fahrzeuge aller Größen im Straßengraben.

Dann bekommen wir es fast live mit. Wir sehen ein Auto, das nur kurz vor unserer Ankunft unfreiwillig die Straße verlassen hat. Die beiden Fahrer scheinen unverletzt und sind gerade damit beschäftigt, ihre persönlichen Sachen aus dem Auto zu räumen, um sie vor Plünderern zu schützen. Wir halten an und falls es doch Personenschäden gibt, schicken unseren Übersetzer mit unserem Arzt voraus. Glücklicherweise sind beide Fahrer aber tatsächlich unversehrt. Wir schauen uns die Fahrspuren genauer an und versuchen zu verstehen, was
passiert ist. Die Furchen verlassen die Straße gute 100 m vor dem Auto an einer recht steilen Stelle. Den Spuren nach, muss es mit sehr hoher Geschwindigkeit von der Bahn abgekommen sein. Es grenzt an ein Wunder, dass sich das Fahrzeug nicht überschlagen hat oder zumindest härter aufgeschlagen ist.

Wir probieren den Motor zu starten und tatsächlich: Er springt an! Unglaublich. Wir beschließen, den Wagen aus seiner misslichen Lage zu befreien und wieder auf die Straße zu ziehen. Dag bringt seinen Discovery in Position und holt das Seilwindenset aus dem Kofferraum. Mit zwei Leuten und Warnlichtern sperren wir die Straße, um vorbeifahrende Trucks frühzeitig zu warnen und abzubremsen. Die Seilwinde leistet volle Arbeit und zieht das Unfallfahrzeug langsam und kontrolliert über den salzigen Wüstenboden. Nachdem wir den Discovery noch zweimal repositioniert haben, ist die Arbeit vollbracht. Unter Jubel des gesamten Teams ist der Wagen wieder auf der Bahn. Boris, unser Mechaniker,
kontrolliert den Motor und checkt, dass keine Flüssigkeiten auslaufen - alles ist in Ordnung. Er befestigt jeglich die gerissenen Front- und Heckschürzen mit Panzerband und Kabelbindern.

Die beiden Fahrer hatten sich auf das schlimmste eingestellt, als kein Fahrzeug für sie angehalten hatte. Erleichtert und glücklich können sie kaum glauben, dass sie nicht nur ihre persönlichen Sachen wieder in ihr Auto räumen, sondern auch ganz normal weiterfahren können. Als wir fragen was passiert ist geben sie zu, am Steuer eingeschlafen zu sein. Für das gesamte Team ist diese Erfahrung sehr wertvoll, da uns die Gefahr des Sekundenschlafes noch einmal deutlich vor Augen geführt wird. Natürlich betrachten wir auch den Gegenverkehr nun mit noch mehr Vorsicht.
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