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Tag 2 von Julia - Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

"Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen, ..."

Dieses Wort habe ich in den letzten 60 Sekunden mindestens einhundert mal zu mir selbst gesagt. Ich kralle mich wie ein Klammeraffe an das Lenkrad, mein Herz pocht wie wild ... Und das nicht nur, weil heute endlich die große Entscheidung fällt, welche Fahrer bei der Land Rover Experience Tour 2017 in Peru dabei sind.

Mein Herz schlägt Purzelbäume weil ich (58 Kilo) hinter dem Steuer eines Land Rover Discovery (2,5 Tonnen) sitze und kurz davor bin freiwillig eine 110 Prozent steile Abfahrt hinunter zu rollen.

Das Land Rover Experience Center in Wülfrath bei Düsseldorf

Ja, richtig gelesen: Zu rollen.

"Fuß vom Gas und auch von der Bremse", lautete die Ansage meines Instrukteurs Andreas. "Das Auto bremst schon automatisch, hab Vertrauen".

Vertrauen - darum ging es heute am letzten Tag des großen Final-Wochenendes. Zuallererst um Vertrauen in die fortschrittliche Technik des Land Rover. Das musste auch ich jetzt beweisen: Also beide Hände an das Lenkrad, noch mal tief einatmen und dann Bremse und Gas los lassen.

Die 110 Prozent Gefälle schafft der Land Rover ohne Probleme

Während mich der Land Rover tatsächlich im Schritttempo langsam und sicher den steilen Abhang nach unten bringt kann ich nur staunen und fühle mich plötzlich wie ein Magier - obwohl es nicht ich bin, die hier Magisches leistet.

"Hat noch jedes Mal geklappt", sagt Andreas neben mir auf dem Beifahrersitz mit einem Grinsen im Gesicht. Er liebt seine riesige Spielwiese für Erwachsene, das Gelände von Land Rover hier in Wülfrath.

Doch nicht nur die erste Abfahrt sondern der gesamte Offroad-Parkour hat es in sich.

In Zweier-Teams müssen die Finalisten heute noch einiges mehr leisten als ich.

Bei dieser Aufgabe ist gute Teamarbeit gefragt

Sie navigieren sich selbst durch die verschiedenen Hürden des Parkours: über steile Hänge, durch Sandflächen, über tiefe Löcher und steile Rampen. Dabei müssen sie beweisen, was sie in den vergangenen Tagen gelernt haben. Ein Instrukteur überwacht alle Aktionen der Fahrer.

Eine der vielen Hürden im Land Rover Experience Center

Aber nicht nur das Vertrauen in die Autos stand heute im Mittelpunkt sondern auch das Vertrauen in die eigenen Teams. 60 Finalisten möchten in Peru dabei sein - nur sechs von ihnen werden es heute schaffen. Sie werden mehr als 20 Tage lang auf engstem Raum zusammen sein und viele stressige Situationen gemeinsam meistern müssen.

"Dafür muss ganz besonders das Team stimmen", hat mir Sandro erklärt, der Instrukteur an der nächsten Station: Dem Ende der Straße "End of road". Hier müssen die Teams einen Range Rover Evoque in einen Käfig fahren und dort mit möglichst wenig Zügen wenden. Das Problem: Der Wendekreis hat nur einen Durchmesser von etwa sechs Metern.

"End of road" - das Ende der Straße

Sandro hat es selbst getestet: In fünf Zügen ist es möglich die Aufgabe zu erfüllen. Das beste Team heute schaffte es in neun.

Hier müssen die Finalisten mit möglichst wenig Zügen wenden

Hundert Meter weiter wurde zur selben Zeit ein anderer Rekord aufgestellt: Marco aus der Nähe von Konstanz am Bodensee und Jenny aus Berlin schafften es in nur 07:01 Minuten eine Pyramide zu bauen - während sie in zwei verschiedenen Autos saßen.

Die Pyramiden-Challenge

Über Seilzüge lenken die Finalisten die Pyramidenteile

An ihren beiden Land Rover Discovery waren Seilzüge befestigt, mit denen sie die drei Teile der Pyramide bewegen konnten. Wer hier nicht kommuniziert, verliert. Bei Marco und Jenny hat das intensive Wochenende sichtbar positive Spuren hinterlassen. Die beiden funktionieren zusammen wie ein Uhrwerk.

Nach dem Wochenende sind Marco und Jenny ein eingespieltes Team

Doch das Niveau in diesem Jahr ist sehr hoch, alle Finalisten kämpfen bis zum bitteren Ende. Im Team aber auch allein: Denn neben den praktischen Übungen stand heute auch noch ein Persönlichkeitstest auf dem Programm. Dort mussten die Finalisten zuerst technische Fragen beantworten und wurden dann zum Chef zitiert: Zu Dag Rogge, dem Leiter des Land Rover Experience Centers. In einem lockeren, persönlichen Gespräch lernt er alle Finalisten noch einmal intensiv kennen und trifft letztendlich gemeinsam mit seinem Team die finale Entscheidung.

Aber wer hat denn nun eigentlich gewonnen?

Sechs der sechzig Finalisten dürfen sich freuen: Sie fliegen im Oktober mit nach Peru zur Land Rover Experience Tour 2017! Auch Jenny aus Berlin hat es geschafft. Sie hat die Juroren nicht nur bei der Pyramiden-Challenge heute beeindruckt.

Jenny hat es geschafft: Sie ist bei der LET 2017 dabei

Neben Jenny im Flieger sitzen Julia, Marcel, Anna-Lena, Bastian, Jennifer und Nico.

Die glücklichen Gewinner

Und die übrigen Finalisten? Sind sie enttäuscht das es nicht geklappt hat?

Ohne eine Sekunde zu zögern sagten mir alle Teilnehmer, die ich gefragt habe: Nein.

Denn auch das zurück liegende Wochenende war für sie wahnsinnig schön, mit vielen intensiven Erfahrungen, Menschen und Eindrücken, die sie so schnell nicht vergessen werden.

Diesem Fazit kann ich mich nur anschließen. Danke für die tollen Tage und hoffentlich bis bald in Peru! ;-)

Alle Finalisten 2017
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