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Tag 46: Auf den Spuren von James Bond

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10.10.2013: Es war eine Frage der Zeit. Schon seit Tagen haben wir keinen Unfall mehr gesehen, und das trotz der ordnungsbefreiten Verkehrssituation. Jeden Abend kommen wir erstaunt an unserem Zielort an und zählen die Autos – glücklicher Weise ist wieder nichts passiert. Auch dieser Morgen verläuft für uns unfallfrei. Ein mittelgroßer Truck hatte da weniger Glück. Den genauen Hergang kennen wir nicht, aber als wir am Unfallort ankommen steht eine große Menschentraube um den auf der Seite liegenden Truck. Er hat sich überschlagen – und das mit mehreren Personen auf der Ladefläche. Die Ambulanz ist zeitgleich mit uns eingetroffen. Unser Doc Dominik wirft noch einen kurzen Blick auf die Patienten, bevor sie direkt in ein Krankenhaus gefahren werden. Es scheint, wie durch ein Wunder, keine Schwerverletzten zu geben.

Nun stehen wir jedoch noch einem umgekippten Truck gegenüber, der die gesamte Autobahn blockiert. Das Konzert indischer Hupen, das sich hinter uns intensiviert, hilft nicht dabei, die Situation zu entspannen. Dag zögert nicht: „Wir stellen den Lastwagen wieder auf die Räder“. „Bist du verrückt!“ Kommt von allen Seiten. „Dag, das ist kein Kleinwagen!“ Aber Dag hat in seinem Leben schon auf unzähligen Touren Autos aus den unmöglichsten Situationen geholt und kennt die Fähigkeiten seines Discovery genau. Es gibt keine Diskussion. Wir haben gelernt, Dag in solchen Situationen blind zu vertrauen. Er versucht, die Seilwinde an verschieden Punkten des Trucks anzusetzen, bis er zufrieden zurück zu seinem Auto läuft und die Fernbedienung der Seilwinde in die Hand nimmt.

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Mittlerweile hat sich eine Zuschauermenge versammelt, um die uns der ein oder andere Popstar beneiden würde. Ungläubig wechseln die Blicke immer wieder zwischen Dag und dem Unfallfahrzeug. Wir schieben die Massen ein paar Meter zurück und Dag wirft die Seilwinde an. Wie ein kleines Spielzeugauto stellt sich der tonnenschwere Truck mit einem Satz wieder hin. Dann reagieren die Umstehenden. Alle fassen mit an und schieben den Truck von der Straße. Er steht noch nicht auf dem Seitenstreifen, als der Verkehr schon wieder im vollen Zuge anfährt. Auch wir packen umgehend unser Equipment wieder ein und quetschen uns zurück in den dichten Verkehr. „Konvoi rollt“ ertönt vom letzten Fahrzeug durchs Radio und weiter geht’s.



Am Abend kommen wir in Udaipur an. Dort werden wir schon erwartet. Wie Land Rover gehört auch die Taj Hotel Gruppe zum indischen Konzern Tata. In Indien zu Hause, lädt unsere Schwester uns ein, die einzigartigen Luxushotels zu genießen. Das Taj Lake Hotel, in dem wir heute übernachten, ist Drehort des legendären James Bond Films „Octopussy“ gewesen. Das Hotel liegt mitten auf einem See in einem traumhaften weißen Palast. Von dort hat man einen unglaublichen Blick auf die Altstadt Udaipurs. Gerne würden wir hier mehr Zeit verbringen und die Ruhe auf dem See genießen, aber wir müssen weiter. Auch in Mumbai werden wir erwartet – und es ist gar nicht mehr weit.
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